Der Netzwerk- und Kommunikationsbereich ist das ITK-Thema, das sich derzeit am stärksten im Umbruch befindet. Mit dem Wandel der Technologien verändern sich entsprechend auch die Anforderungen an das Netzwerkmanagement und an die Mitarbeiter in diesem Aufgabenbereich.
VoIP erfährt hohe Bedeutung für die Kommunikations-Lösungen
Den stärksten Faktor hinsichtlich der Veränderungen und Herausforderungen im Netzwerkmanagement bedeutet das Thema Voice over IP. Denn früher oder später wird sich jeder Verantwortliche für Kommunikation im Unternehmen mit diesem Thema befassen müssen. Lag der Anteil der Unternehmen, die Voice over IP nutzen (vollständig, parallel zu traditionellen Systemen oder in Testumgebungen), 2006 noch bei 9%, so wird der Nutzungsgrad bis Ende 2007 bereits fast 16% erreichen. Die Integration von Sprachtraffic in das Datennetzwerk bedeutet, dass nicht nur der Datenverkehr gemanagt werden muss, sondern auch der wesentlich zeitkritischere und damit anspruchsvollere Sprachverkehr. Zwei Stichworte hierbei sind Verfügbarkeit und Konsistenz der Sprachübertragung.
Partielle Einführung und Sicherheitsmassnahmen haben hohe Bedeutung
Zudem ist die Konvergenz von Sprach- und Datennetz in oftmals ein Projekt, dass nicht mit einem kurzfristigen Roll out absolviert ist, sondern sich zumeist über einen längeren Zeitraum erstreckt. Häufig erfolgt zunächst ein Test in einer abgegrenzten Testumgebung, z.B. einer Abteilung, einem Neubau oder einer Filiale. Die Erfahrungen sind nach der Testphase auszuwerten und die Schlussfolgerungen vor der Geschäftsführung zu vertreten. Nach der Testphase läuft die eigentliche Phase des Roll outs an, der zu begleiten ist. Je nach Struktur und Bedingungen im Unternehmen kann sich dies über einen längeren Zeitraum erstrecken, wenn z.B. Filialen nach und nach umgerüstet werden.
Mit der Einführung von Voice over IP und der Integration der Sprachkommunikation in das Datennetz stellen sich Sicherheitsfragen, die bisher nur aus dem Datensektor bekannt waren. Zum Beispiel auch Spam über IP-Telefonie, „Spit“ genannt.
Gerade im Bereich VoIP rückt das Thema Wirtschaftlichkeit besonders in das Blickfeld. Der Netzwerk-Manager muss also nicht nur die technische Integration im Blick behalten, sondern auch im Vorfeld den positiven ROI der gewählten Lösung nachweisen.
Die Mobilität der Mitarbeiter erzwingt neue Kommunikationskonzepte
Ein weiterer Megatrend im Netzwerk-Bereich ist die zunehmende Mobilisierung der Kommunikation. Der Trend zu stärkerer Marktausrichtung der Unternehmen bewirkt, dass der Anteil der mobilen Mitarbeiter in den Unternehmen weiter zunimmt. Die mobilen Mitarbeiter erwarten zunehmend, auch unterwegs auf den E-Mail-Account und das Unternehmensnetz zugreifen zu können. Die Einbindung mobiler Clients und ihr Zugriff auf das Firmennetzwerk stellen besondere Anforderungen an die Absicherung der Datenübertragung, das Management der mobilen Clients sowie den Schutz des Firmennetzes. Da die Übertragung oftmals über drahtlose Netze erfolgt, stellen sich besondere Anforderungen an den Schutz der Datenvertraulichkeit und der Datenintegrität. Neben der Installation entsprechender Security-Software kommt dem Netzwerkmanager auch die Aufgabe des Instruktors und Mahners der Anwender zu, nur sichere Datenwege zu nutzen und drahtlose Übertragungen zu verschlüsseln. Doch auch über das Festnetz angebundene Home-Office-Nutzer verlangen die Aufmerksamkeit des Netzwerk-Administrators. So z.B. die Einrichtung von Remote- oder IP-VPN-Clients und die Behebung eventueller Störungen. Wichtig ist es auch, das Thema Software-Verteilung und Inventarisierung zu bedenken. Gerade in mobilen Strukturen bietet sich die automatisierte Software-Verteilung an. Damit lassen sich mobile Rechner, die im verteilten Einsatz sind und die der Administrator über längere Zeit nicht zu Gesicht bekommt, zeitnah und mit vertretbarem Aufwand mit den aktuellen Software-Releases versorgen. Eine besondere Rolle kommt dabei den aktuellen Versionen von Virenschutz-Programmen und Firewalls zu.
Auch die immer noch zunehmende Verbreitung hausinterner drahtloser Netze fordert die Aufmerksamkeit des Netzwerk-Managers. Noch immer gibt es auch in Unternehmen Wireless LANs, die mit der Default-Verschlüsselung arbeiten. Das heißt, dass noch nicht einmal der Basis-Schutz der WEP-Verschlüsselung greifen kann, da die Default-Schlüssel Angreifern oftmals bekannt sind und entsprechend leicht ausgehebelt werden können. Dementsprechend sind die Netzwerk-Manager gefordert, für einen ausreichenden Schutz des Funk-LAN zu sorgen und am besten weitergehende Schutzmaßnahmen wie WPA, 802.11i oder VPN zu ergreifen.
Intensivere Internetnutzung erhöht das Bedrohungspotenzial
In kleineren und mittelgroßen Firmen nimmt die DSL-Nutzung immer noch stark zu. Teilweise nutzen Unternehmen das Internet zum ersten Mal. Die Flatrate-Angebote verführen zu einer intensiveren Nutzung als bei den früheren zeit- und volumenbasierenden Tarifen. Damit steigt auch das Bedrohungspotenzial aus dem Internet. Der Netzwerk-Manager muss sich entsprechend der Herausforderungen stellen, das Unternehmensnetz gegen Gefahren abzuschirmen. Neben Viren auch gegen Trojaner, Spam und illegale Inhalte. Neben der rein technischen Aufgabe sieht sich der Netzwerk-Manager oft genug in der Situation, seine Kollegen an einen risikobewussten Umgang mit dem Internet zu erinnern.
In eine ähnliche Richtung zielen auch Hinweise zur Nutzung von bandbreitenintensiven Anwendungen. So werden zunehmend Video-Seiten im Internet auch während der Arbeitszeit angeklickt und beanspruchen bei Download oder Stream entsprechende Kapazitäten des firmeneigenen Internetzugangs.
Managed IP-Services erleichtern den Einsatz neuester Technologien
Die gegenwärtigen Entwicklungen im Netzwerkbereich führen aber nicht nur zu Herausforderungen an das Netzwerk-Management, sondern können dieses auch erleichtern. Managed IP-Services bieten sich gerade auch für kleinere und mittelgroße Unternehmen an, deren personelle und finanzielle Ressourcen begrenzt sind. Mittels Managed Security-Services können aktuelle Sicherheits-Lösungen „aus der Steckdose“ bezogen werden. Anschaffungskosten, Wartung und Updates werden den Unternehmen gegen ein monatliches Entgelt abgenommen. Ähnliches gilt für gemanagte IP-VPNs, deren Vorteile die Unternehmen nutzen können, ohne entsprechende Anschaffungskosten aufzuwenden und das Know-how besitzen zu müssen. Auch hinsichtlich Voice over IP / Unified Communication bieten Managed Services den Vorteil, eine aktuelle Technologie nutzen zu können ohne den Aufwand bei Anschaffung, Installation und Wartung in Kauf nehmen zu müssen.
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