| Software as a Service: Ein Multi-Client-Projekt der techconsult GmbH |
Das Software Delivery Modell der Zukunft?Betrachtet man die reine Lehre von Software as a Service (SaaS), fragt man sich, warum sich künftig irgendein Anwender noch Software in das eigene Rechenzentrum holen sollte. Schließlich gehört es nicht zu den Kernaufgaben von Unternehmen, komplexe IT-Infrastrukturen vorzuhalten und sowohl personelle als auch finanzielle Ressourcen in nicht unbeträchtlichem Ausmaß darauf zu verwenden, den Betrieb dieser Rechenzentren aufrecht zu erhalten. SaaS verspricht hier Abhilfe auf die einfachste Art und Weise: Anwendungen werden nicht wie bisher als mehr oder weniger monolithisches Paket gekauft und im eigenen Rechenzentrum gehostet, sondern die Lösung läuft beim Hersteller der Software (bzw. dessen Hosting-Partner). Der Kunde greift lediglich über ein Frontend, in der Regel einen Webbrowser, auf die Daten zu. Die Kosten für diesen „Service“ – daher der Name des Modells – fallen nutzungsabhängig an. Je nach Anzahl der User, dem Umfang der genutzten Funktionalitäten und dem Service Level Agreement, also der vereinbarten Verfügbarkeit der Lösung, wird nur das gezahlt, was auch genutzt wird. Bei CRM-Lösungen von Anbietern wie salesforce.com liegen diese zwischen ca. 60 und 130 € je Nutzer und Monat. Verglichen mit einem Basispreis von etwa 1.000 bis 3.000 Euro pro Nutzer beim Kauf der Software vergleichbarer Funktionalität – zuzüglich eines jährlichen Wartungsaufschlags von etwa 15-20% der Kaufsumme und den (internen) Kosten für den Betrieb der Lösung – keine einfache Entscheidung. In der Regel wird die rein kostenorientierte Entscheidung pro SaaS ausfallen, wenn beim Anwender zusätzlich die Infrastruktur für die Lösung geschaffen werden müsste. Können jedoch vorhandene Ressourcen, sowohl personell als auch auf dem Server, genutzt werden, ist häufig der Kauf der Software die günstigere Alternative. Anwendern, bei denen für die Entscheidung vor allem der Abfluss liquider Mittel im Vordergrund steht, werden eher SaaS-Angebote in Betracht ziehen als andere. Ein anderes Kriterium für Kunden kann die Implementierungszeit sein: Bei SaaS-Modellen ist sie in der Regel vergleichsweise kurz, was vor allem an den häufig eingeschränkten Möglichkeiten der Anpassung liegt. Ein wesentlicher Vorteil: Ist die SaaS-Lösung einmal lauffähig, ist sie weltweit ohne zusätzlichen Aufwand nutzbar. Für Anwender, die vor einer Internationalisierung stehen, ist das ein wesentliches Entscheidungskriterium. Die Option, nach einer zügigen Einführung mit weltweitem Roll-Out von SaaS auf eine Installation im eigenen Rechenzentrum zu migrieren, kann ebenfalls sinnvoll sein, wenn die schnelle Verfügbarkeit im Vordergrund steht. Um beim Beispiel CRM zu bleiben: Hier wird man sich für einen Anbieter „klassischer“ Software entscheiden müssen, beispielsweise hat SAP ein solches Modell im Portfolio. Die größte Verunsicherung herrscht bei der Integration der neuen Lösung in die vorhandene Infrastruktur wie ERP oder Legacy-Anwendungen. Hierbei ist die Architektur im eigenen Rechenzentrum ausschlaggebend: Je eher Anwender in den nächsten Jahren Serviceorientierte Architekturen (SOA) einführen, desto schneller werden sich auch SaaS-Modelle im Markt durchsetzen, weil der Aufwand für deren Integration damit signifikant sinkt. Steht diese Entscheidung aber noch nicht an und wird die neue Lösung die voraussichtlich einzige bleiben, die „on demand“ bezogen wird, sind die benötigten Schnittstellen relevant: Wie aufwändig ist beispielsweise die Integration der (neuen) CRM-Lösung in die vorhandene Debitorenbuchhaltung? Deshalb ist es auch kein Zufall, dass vor allem CRM-Lösungen derzeit als SaaS im Angebot sind: Bei vielen Anwendern ist die Integration in die vorhandene Infrastruktur weniger tief als beispielsweise bei einem System zur Produktionssteuerung. Die Auslagerung der Software kann auch ein erster Schritt in Richtung eines kompletten Business Process Outsourcings (BPO) sein: In diesem Fall würde nicht nur auf die Lösung „on demand“ zugegriffen, sondern auf einen gesamten abgeschlossenen Prozess, wie beispielsweise die komplette Buchführung. Alle Belege und buchungsrelevanten Daten werden in diesem Modell regelmäßig an den Dienstleister gesendet, der sie in das Buchungssystem des Anwenders überträgt. Andere wesentliche Entscheidungsfelder können die Sicherheit der Daten, die technische Verfügbarkeit der Lösung, das im Unternehmen vorhandene Know-how für Wartung und Betrieb und nicht zuletzt ein passendes Angebot vom Softwarehersteller sein. Als sinnvoll hat sich herausgestellt, eine Checkliste aufzustellen, in der alle relevanten Kriterien aufgezählt, gewichtet und anschließend zwischen „klassischer“ Software und einem SaaS-Modell bewertet werden. Wie so häufig kann eine grundsätzliche, für alle Anwender gültige Empfehlung nicht gegeben werden. Wie aber an den Entscheidungskriterien abzulesen ist, wird sich SaaS als künftiges Liefermodell durchsetzten – die Frage ist nicht mehr „Ob?“, sondern „Wie schnell?“. Anwender sollten mittlerweile auf jeden Fall diese Option vor einer Kaufentscheidung prüfen. Software-LiefermodelleSoftware as a Service: Kunden mieten eine Lösung für eine (z.B. monatliche) Gebühr, die abhängig von der Anzahl der User, den genutzten Funktionalitäten und häufig dem Service Level Agreement ist. Die eigentliche Lösung läuft im Rechenzentrum des Anbieters, bleibt Eigentum des Anbieters, der Zugriff erfolgt in der Regel über ein (Web-) Frontend. Ist am ehesten mit der Nutzung eines Geschäftswagens über ein Flottenmanagement (wie z.B. von Sixt) vergleichbar, die Leistungen des Anbieters umfassen den kompletten Service inkl. tanken für einen festen, vorab vereinbarten Preis für eine gewisse Mindestlaufzeit. Im Markt kursieren eine Menge Begriffe, die das Software-as-a-Service-Modell mit anderen Worten umschreiben. Da wären zunächst die On-Demand-Services: Im Softwareumfeld ist hier nichts anderes als SaaS gemeint, allerdings wird der Ausdruck auch auf die Zur-Verfügung-Stellung von Hardware angewandt, beispielsweise für Online-Speicherplatz oder schiere Rechenleistung in Spitzenbelastungszeiten. Aus der vergangenen Dotcom-Ära kursiert noch ein weiterer Begriff im Markt mit gleichem Inhalt wie SaaS: das ASP-Modell (Application Service Providing). Dieser Begriff wird heute allerdings von fast allen Anbietern vermieden, weil er seinerzeit trotz nicht unerheblichem Marketingaufwand scheiterte – zum einen wegen fehlender Bandbreite beim Anwender, aber vor allem professionellen Angeboten. Die Idee an sich ist aber nach wie vor überzeugend, so dass jetzt ein neuer Anlauf mit neuem Namen und neuen Angeboten unternommen wird. Beim Hosting dagegen ist die Software Eigentum des Anwenders und wird von diesem auch bilanziert. Lediglich der Betrieb der Anwendung wird in ein externes Rechenzentrum ausgelagert. Der Zugriff auf die Lösung erfolgt wie beim Saas-Modell in der Regel via Internet. Tom Maar techconsult GmbH |


